Lockerheit im Karate: Der Schlüssel

Manche Instruktoren werden nicht müde zu vermitteln, dass Lockerheit der Schlüssel für wirksame Techniken im Karate ist. Was ist da dran? Wie Du das überprüfen kannst, zeigt der folgende Artikel.

029 Lockerheit im KarateDem renommierten Kratelehrer Shinji Akita kann der Satz „If you want to have a strong impact you have to relax.“ zugeschrieben werden. Lockerheit stellt demzufolge eine Voraussetzung für wirksame Techniken im Karate dar. Dies kann man glauben oder es ablehnen, weil es nicht zur eigenen Anschauung passt. Eine gute Methode Gewissheit zu erlangen, ist die eigene Überzeugung auch auf eigene Erfahrungen zu stützen. Dazu dient die folgende Partnerübung.

Übung – Warum ist Lockerheit wichtig?

Partner A steht im Shizentai und platziert seinen Ellenbogen, und damit automatisch auch den Oberarm seines Arms, seitlich am Körper anliegend. Der Unterarm wird parallel zum Boden ausgerichtet. Die Position erinnert an einem Ura-Zuki. Partner A schließt seine Augen und spannt den Arm in dieser Position fest an. Partner B übt nun von oben, etwa auf Höhe des Handgelenks, Druck gegen den Unterarm aus.

Es folgt der zweit Durchlauf. Die Übung wird mit einem einzigen Unterschied wiederholt: Partner A spannt seinen Arm nicht an, sondern versucht ihn maximal zu entspannen, so dass der Unterarm gerade noch in der Waagerechten bleibt und der Schwerkraft widerstehen kann.

Welche Erkenntnis birgt diese Übung?

Auch als Gedankenexperiment lässt sich leicht der Unterschied herausfinden, den beide Partner bei dieser Übung spüren. Beim zweiten Mal ist deutlich weniger Kraft von Partner B erforderlich, um den Arm nach unten zu drücken. Der Arm lässt sich auch sehr viel schneller nach unten bewegen. Spannt Partner A seinen Arm sehr stark an, so ist es unter Umständen seinem Partner gar nicht mehr möglich den Arm zu bewegen.

Die Erkenntnis lautet als: Je lockerer der Arm, desto leichter, ungebremster und schneller lässt er sich bewegen. Dies gilt unabhängig davon wer den Arm bewegt, also ob der Arm durch Fremdeinwirkung (hier durch Partner B) oder durch den eigenen Körper bewegt wird. Das klingt vielleicht trivial, ist deshalb aber nicht weniger essentiell.

Eine hohes Maß an Lockerheit stellt folglich eine Voraussetzung dar, um, wie im Karate meist gewünscht, eine hohe Geschwindigkeit zu erreichen. Die Technik wird so während der Ausführung nicht künstlich verlangsamt.

Teile unten mit einem Kommentar Deine Erfahrungen dazu. Ich bin gespannt.

Foto: Tim Reckmann / pixelio

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