Zenkutsu-Dachi: Auf die Füße geschaut

Den Zenkutsu-Dachi im Fokus, thematisiert dieser Artikel technische Aspekte dieses Standes. Er wirft einen Blick ganz nach unten, auf die Verbindung zum Boden: Auf die Füße.

024 Zenkutsu-Dachi - Auf die Füße geschaut Teaser breitDer Bau eines Hauses wird mit dem Fundament begonnen. Auf dieses aufbauend wird der Wohnraum gebaut und am Ende das Haus mit dem Dach abgeschlossen. Es erschließt sich jedem sofort, dass diese Reihenfolge nicht beliebig ist und das Fundament die Basis bildet. Der Wohnraum und das Dach können nochso sehr begeistern, ohne ein geeignetes Fundament wird die Freude daran nur kurzfristiger Natur sein. Auch lässt sich ein Fehler im Fundament nicht über die Behandlung von Symptomen am Dach korrigieren. Es ist nötig an die Basis zu gehen und dort die Ursache zu beseitigen. Die Symptome profitieren automatisch von dieser verbesserten Basis.

Gleiches gilt im Karate. Dieser Artikel stellt eine Einladung dar, die Füße einmal in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu rücken. Denn oft genug ergaunern sich die Arme mehr Aufmerksamkeit als ihnen, im Verhältnis zum restlichen Körper, zusteht. Die folgenden Fragen zeigen Möglichkeiten auf, welche Details beim Zenkutsu-Dachi untersucht werden können.

  • Ausrichtung des vorderen Fußes: Zeigt die Außenkante des vorderen Fußes gerade nach vorne?
  • Ausrichtung des hinteren Fußes: Zeigt der hintere Fuß etwa diagonal nach vorne?
  • Breite des Zenkutsu-Dachi: Reflektiert die Breite des Standes die Hüft- bzw. Schulterbreite des Trainierenden?
  • Länge des Zenkutsu-Dachi: Ist die Länge des Zenkutsu-Dachi der Körpergröße und der Flexibilität des Trainierenden angemessen?
  • Belastung der Fußflächen: Haben beide Fußflächen im Stand vollständigen Kontakt zum Boden oder fehlt z.B. der Außenkante des hinteren Fußes die Verbindung zum Boden?
  • Druck des hinteren Beins: Besteht der gewünschte Druck des hinteren Beins rechtzeitig mit Abschluss einer Technik oder wird dieser gar nicht oder ggf. erst nachträglich erzeugt?

Die aufgeworfenen Fragen lassen sich gut im stationären Kihon behandeln:

  • Im Stand kann der Zenkutsu-Dachi überprüft und ggf. angepasst werden.
  • Im Stand ausgeführte Techniken erlauben ohne Veränderung des Standes die End-Spannung beim Abschluss einer Technik zu reflektieren.
  • Mit einer Schrittbewegung – ein Schritt vorwärts bzw. rückwärts reicht hier völlig – kann auch der dynamisch eingenommene Zenkutsu-Dachi unter die Lupe genommen werden.

Foto: sabrina gonstalla / pixelio

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