Dimension Raum: Das Distanzgefühl auf der Probe

Nach der Dimension Zeit geht es nun um die Dimension Raum. Das Distanzgefühl wird in vier Übungen unterschiedlichen Schwierigkeitsgrades spielerisch auf die Probe gestellt.026 Das Distanzgefühl auf der Probe

Zeit und Raum sind eng miteinander verbunden. Dies verdeutlicht die Geschwindigkeit, als Verhältnis von Strecke zu Zeit. Auch losgelöst von der Zeit ist die eindimensionale Strecke, die zweidimensionale Fläche und dreidimensional betrachtet der Raum eine wichtige Dimension.

Distanzgefühl
Distanz ist in vielen Sportarten ein Thema. So ist beim Dreisprung die richtige Distanz vom Startpunkt zum Absprungpunkt für ein optimales Ergebnis wichtig, im Kampfsport darf die vorgegebene Wettkampffläche nicht ohne Konsequenzen verlassen werden und im Fußball sollte ein Faul im Elfmeterraum vermieden werden. Die vorgestellten Übungen stellen das Distanzgefühl, als lineare Abbildung der Dimension Raum, in den Mittelpunkt.

Aufbau
Als Vorbereitung werden zwei parallele Linien markiert. Diese Funktion können beispielsweise aufgestellte Hütchen oder auf dem Hallenboden vorhandene Linien übernehmen. Die Trainierenden stellen sich nebeneinander an einer Linie auf. Jeder hat vor sich, in Richtung der Zielline blickend, ausreichend Platz.

026 Das Distanzgefühl auf der Probe - schematische Abbildung

Schematische Abbildung von
Aufbau und Ablauf

Grundlegender Ablauf
Die von jedem Trainierenden zurückzulegende Strecke ist die kürzeste Verbindung vom Startpunkt zur Ziellinie, d.h. die Ziellinie soll im rechten Winkel erreicht werden. Als optimal geschätzt gilt die Distanz, wenn die Zehen des vorderen Fußes sich an der Ziellinie befinden. Alle Trainierenden schließen die Augen und legen mit geschlossenen Augen die durch die beiden Linien definierte Distanz zurück. Wenn sie der Meinung sind diese überwunden zu haben, bleiben sie stehen. Auf Kommando öffnen sie die Augen und überprüfen, wie gut sie die zurückgelegte Distanz eingeschätzt haben. Dann nehmen sie wieder die Startposition ein.

Übung 1: Gehen bis laufen
Die Trainierenden legen die Distanz zurück, indem sie vorwärts laufen. Die Geschwindigkeit, mit der sich die Trainierenden bewegen kann von gehen bis laufen reichen. Je höher die Geschwindigkeit, desto schwieriger wird es die Distanz richtig einzuschätzen.

Übung 2: Rückwärts
Die Trainierenden legen die Distanz rückwärts laufend zurück. Dies ist nicht nur ungewohnt, sondern auch dazu geeignet unser Distanzgefühl zu irritieren, da wir uns meist vorwärts bewegen.

Übung 3: Sportartspezifisch bewegen
Abhängig von der Disziplin ist es auch möglich eine sportartspezifische Fortbewegung zu wählen. Beispielsweise kann dies im Karate das Zurücklegen der Distanz mit Gleitschritten bedeuten.

Übung 4: Sportartspezifische Aufgabe
Die Trainierenden laufen wie bei der ersten Übung vorwärts, haben allerdings zusätzlich die Aufgabe eine sportartspezifische Bewegung in bzw. nach jedem Schritt zu integrieren. Im Basketball könnte dies ein hoher Sprung, im Karatetraining ein Mae-Geri Keage sein.

Abschlussbemerkungen

  • Grundsätzlich lässt sich sagen, dass der Schwierigkeitsgrad damit steigt, je ungewohnter es ist die Distanz zurückzulegen.
  • Je kürzer die Distanz ist, desto höher sollte der Anspruch an das Distanzgefühl sein, die Distanz genau zu schätzen.
  • Der Trainer sollte geeignete Maßnahmen ergreifen um Kollisionen auszuschließen und damit Verletzungen vorzubeugen. Dies betrifft sowohl eine potentielle Kollision mit anderen Trainierenden, wenn sich deren Bahnen kreuzen, als auch eine Kollision, z.B. mit der Hallenwand oder dem Ende der verfügbaren Strecke.

Foto: Tim Reckmann / pixelio

Schlagworte:

Deine Meinung dazu

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.