Dimension Zeit: Meister der Zeit

Die Dimension Zeit ist sportartübergreifend in vielen Disziplinen wichtig. Sie wird hier mit einem spielerischen Ansatz in drei einfachen Übungen verarbeitet.

019 Meister der Zeit Zeit und Raum sind in der Physik häufig verwendete Größen. Beispielsweise verwendet das kartesische Koordinatensystem drei Raumdimensionen (Höhe, Breite und Tiefe) um den Ort eines Punktes zu beschreiben. Und spätestens seit der Relativitätstheorie ist es auch nicht mehr unüblich die Zeit als vierte Dimension aufzufassen. Folglich sind diese Dimensionen, in denen wir tagtäglich leben, auch im Sport zugegen. Die Zeit erlaubt es beispielsweise zu messen wie lange ein 100m Läufer für diese Strecke benötigt. Oder sie ist das entscheidende Kriterium für die Bewertung der Synchronität einer Guppenperformance wie Kata-Team oder eines Formationstanzes.

Ein gutes Zeitgefühl kann auch im Sport hilfreich sein, um abschätzen zu können wie die verbleibende Kondition eingeteilt oder wie lange ein erreichter Punktestand noch gesichert werden muss. Hier knüpfen die folgenden Übungen an, die beispielsweise zum Aufwärmen dienen können. Erforderlich ist lediglich eine eine Stoppuhr, die es dem Trainer erlaubt sekundengenau die vergangene Zeit zu messen.

Übung 1: Sorglos
Die Trainierenden laufen im Raum durcheinander. Sie haben die Aufgabe, während sie sich bewegen, eine zuvor vorgegebene Zeit z.B. 60 Sekunden zu schätzen. Sobald sie der Meinung sind die Zeit sei vorbei, verweilen sie auf ihrer aktuellen Position indem sie sich auf den Boden setzen oder, wenn es etwas anstrengender sein darf, die Liegestützposition einnehmen und halten.

Viele Trainierende werden die Sekunden zählen, um die vergangene Zeit möglichst genau schätzen zu können. Dies gelingt wenn man ungestört laufen kann noch recht gut. Etwas schwieriger wird es bei der zweiten Übung, da parallel zur Fortbewegung durch den Raum eine physische Aufgabe zu bewältigen ist.

Übung 2: Physische Aufgabe
Wieder laufen alle frei im Raum umher und schätzen die vergangene Zeit. In unregelmäßigen Abständen gibt der Trainer nun ein Kommando, woraufhin so schnell wie möglich sechs Hampelmänner auszuführen sind. Dabei soll die Bewegung explizit nicht im Sekundentakt oder einem Teiler einer Sekunde erfolgen, um das Mitzählen zu erschweren. Der übrige Ablauf entspricht Übung 1.

In der dritten Übung gilt es nun parallel zur Bewegung eine mentale Aufgabe zu erfüllen. Dabei die Zeit gedanklich ticken zu hören wird somit nochmals erschwert.

Übung 3: Mentale Aufgabe
Für diese Übung werden Zweiergruppen gebildet, welche gemeinsam durch den Raum laufen. Jedes Paar erzählt sich während des Laufens eine Geschichte. Dabei steuern beide Partner abwechselnd einen Satz zur Geschichte bei und entwickeln diese so gemeinsam fort. Wenn sie der Meinung sind die Zeit sei verstrichen, nehmen sie die finale Position ein.

Bei allen drei Übungen stoppt der Trainer die Zeit und kann, nachdem alle zum Stillstand gekommen sind, ein Feedback geben wie gut die einzelnen Schätzungen waren, um zu genaueren Schätzungen anzuspornen.

Foto: Tim Reckmann / pixelio

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